Auf einem privaten Gartenfest wird Maria Kallio von einer jungen Frau eingeladen, am nächsten Tag zu ihr zu kommen. Die junge Frau will der Rechtsanwältin und ehmaligen Polizistin, Maria Kallio etwas brisantes erzählen. Zu diesem Gespräch kommt es aber nie, da Maria die junge Frau tot auffindet. Bald schon gerät der Freund der Ermordeten, welcher juristisch von Maria Kallio vertreten wird, ins Visier der Ermittler. Nach Maria Kallio’s Meinung, geht die Polizei zu schlampig und nicht detailliert genug bei der Aufklärung des Falls vor. Deshalb ergreift sie mehr und mehr die Initiative in der Ermittlungsarbeit, wobei auch der Selbstmord der Schwester des Verhafteten neu unter die Lupe genommen wird…
Insgesamt ist der Fall gut konstruiert, wird aber manchmal etwas langatmig beschrieben. Schön ist, dass sich die Hauptcharaktere bei Leehtolainen weiterentwickeln. Genauso, wie es auch die Beziehung zu ihrem Freund tut. Interessant ist die Tatsache, dass die Rechtsanwältin/Ermittlerin meist mit dem Fahrrad unterwegs ist. Dies bringt für mich die Gelassenheit der Nordeuropäer schön in die Handlung. Auf jeden Fall geht es wesentlich ruhiger zu, als in einer deutschen Stadt. Am Ende des Buchs werden noch alle Stereotypen eines Krimis (Verfolgungsjagd, …) untergebracht. Dies hätte man etwas eleganter und nicht so standardisiert machen können. Dies mindert aber nicht die Spannung des verwobenen Falles.
Leena Lehtolainen gehört definitiv zu den besseren skandinavischen (jaja, ich weiß Finnland gehört geographisch gesehen nicht zu Skandinavien) Schriftstellern. Es ist nach “Alle singen im Chor”, chronologisch gesehen der zweite Fall von Maria Kallio. Mittlerweile sind bei rororo neun Maria Kallio Fälle erschienen.